Marleaux BassGuitars: Testbericht Marleaux Consat Signature FünfsaiterTestbericht Marleaux Consat Signature Fünfsaiter



Testbericht aus "Gitarre & Bass" Heft 06/2002
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Barocke Üppigkeit, geradezu verschwenderischer Edelprunk auf höchstem Niveau: Ein Signature-Modell von Marleaux ist mit allem gespickt, was einen ohnehin schon tollen Bass zum exklusiven Luxus-Objekt macht.

Ein gutes Instrument aus fernöstlicher Fertigung bekommt man heute schon für kleines Geld. Da ist es gewissermaßen schon Teil der Existenzberechtigung für die teurer produzierenden hiesigen Bassmarken, gediegene Qualitäten anzubieten, die sich in der Massenfertigung nicht realisieren lassen. Nach etlichen Jahren, in denen ein eher puristischer Geschmack die schlichte Ausführung vieler Bassmodelle diktierte, ist nun auch wieder die Nachfrage nach besonders edlen, aufwendig von Hand gebauten Stücken im Aufschwung. Der Consat Signature von Marleaux zeigt, was in der absoluten Oberliga möglich ist.


Konstruktion


Aus ca. 30 verschiedenen Tonhölzern bester Qualität darf man bei Marleaux auswählen, wobei man natürlich auch fachkundig beraten wird. Sonderwünsche sind - zumal bei einem Signature-Modell - selbstverständlich realisierbar.Mit Sicherheit wurde hier die Schraubverbindung zwischen Hals und Korpus nicht deswegen gewählt, weil sie "billiger" als ein durchgehender Hals sein könnte: Marleaux bietet aus Klanggründen die Wahl zwischen ,,neckthrough" und aufgeschraubten Hals an. Wer einen sustain-schwelgenden, weicheren Ton bevorzugt, liegt beim durchgehenden Hals richtig, während die Schraubkonstruktion prägnantere und attack-stärkere Ergebnisse liefert.

Der Marleaux-Hals ist dreistreifig aus zwei stehenden Streifen Vogelaugen-Ahorn und einem liegenden Mittelstreifen aus schlichtem Ahorn gebaut; zwischen die ausgewählten Ahorn-Streifen wurden hauchdünne Trennfurniere aus dunklem Walnut-Holz eingefügt. Die Vorderseite der mild abgewinkelten und am Übergang wirkungsvoll versteiften Kopfplatte ist mit einem der Korpusdecke entsprechenden Maserpappel-Belagversehen, das tiefschwarze Ebenholz-Griffbrett mit einer hellen Riegelahorn-Einfassung und mittelgroßen Perlmutt-Punktmarkierungen ausgestattet. Da zu den akkurat verarbeiteten 24 breiten Jumbo Bünden noch ein Nullbund hinzukommt, dient der Ebenholzsattel nur der Saitenführung, exakt geradeaus zu den Wickelachsen der Stimm-Mechaniken.

Der Hals ist mit großer Kontaktfläche sechsfach mit dem Korpus verschraubt. Für die Korpusbasis wurde bei diesem Instrument Nussbaum (Walnut) gewählt, mit zwei dünnen Trennschichten aus hellem Ahorn und wieder dunklem Walnut ein dicker, wurzenholzartiger Deckbelag aus Maserpappel aufgeleimt. Auch das bis zum Hals-Pickup ragende Endstück des Halses ist mit einem Maserpappel-Belag versehen, um die prunkvolle Erscheinung zu komplettieren. Die Perlmutt-Punkte im Hals und in der Korpusdecke (als Ablesemarkierungen für die Potis) gehören beim Signature zur Normalausstattung.

Die spiegelglatte Hochglanzlackierung hebt fast wie eine Lupe die schöne Zeichnung der Edelhölzer hervor; wegen der günstigeren Griffigkeit wurde für die Halsrückseite ein seidenmattes Finish aufgebracht.Selbstverständlichkeiten sind in dieser Klasse hölzerne Deckel für Elektronik- und Batteriefachdeckel, hier aus VogelaugenAhorn, angefertigt und sauber in die Walnut-Korpusrückseite eingepasst. Der Marleaux Consat Custom brilliert mit perfekter Verarbeitung, erstklassiger Holzauswahl und liebevoller Detailarbeit.

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Mechaniken

Vergoldete Hardware galt ja nun lange als eher peinlich, aber Hand aufs Herz: Was würde sonst zu einem Prunkstück wie diesem passen? Auf der Kopfplatte sind gekapselte Schaller M4 montiert, Klassiker unter den Präzisions-Mechaniken.Am anderen Saitenende findet sich die bewährte Highend-Stegkonstruktion von ETS, dreidimensional justierbar und für alle beweglichen Teile mit Klemm-Arretierungen ausgestattet. Dadurch verhält sich das solide und passgenau gearbeitete Teil in der Praxis wie ein Stück, was die geringstmögliche Dämpfung der Saitenschwingungen garantiert, den Schwingungsvorgang der Saiten nicht durch Nachgiebigkeiten verfälscht und ein stabiles Sustain fördert.

Da die Ballends der Saiten einfach von oben in Sacklöcher eingehangen werden, ist hier auch der Saitenwechsel keine zeitraubende Affäre. Ein perfektes Steg-Design.Für eine sichere Verbindung mit dem Gurt sorgen arretierbare Security Locks von Schaller.

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Tonabnehmer & Elektronik

Dieses Signature-Modell ist mit zwei Soapbar-Humbuckern von Bartolini bestückt; bei der Order des Instruments können aber selbstverständlich auch andere PickupWünsche berücksichtigt werden. Die Tonabnehmer-Wahl geschieht durch ein Uberblend-Poti. Damit dabei aber nicht die sonst üblichen Auslöschungen und Höhendämpfungen auftreten können, sind aktive lmpedanzwandler zwischen die Passiv-Pickups und den Überblender geschaltet.

Für eine maximale Klangvariabilität sorgt ein aktiver Dreiband-EQ mit bemerkenswerten Eigenschaften. Die von Wolfgang Behn für Marleaux entwickelte Schaltung ist nämlich in ihren Wirkungsbereichen programmierbar, man kann also die Centerfrequenzen der drei Klangregler auf den eigenen Geschmack abstimmen. An einem dreistufigen Kippschalter, der gleichzeitig als Ein/AusSchalter für den EQ benutzt werden kann, bringt man den EQ in den ProgrammierModus, und durch einfaches Drehen am jeweiligen Klang-Poti kann man dann diverse Frequenzbereiche auswählen. Für die Bässe stehen 100 Hz, 160 Hz und 250 Hz zur Wahl, der Mittenregler lässt sich auf 400 Hz, 700 Hz sowie 1,2 kHz umschalten und für den Höhenregler bietet die intelligente Schaltung die Centerfrequenzen 2,5 kHz, 4 kHz und 6,5 kHz an.

Ein Blick unter den hölzernen Deckel des Elektronikfachs zeigt sauberste Verarbeitung und lückenlose Abschirmung durch eine akkurate Auskleidung mit Kupferfolie. bar, man kann also die Centerfrequenzen der drei Klangregler auf den eigenen Geschmack abstimmen. An einem dreistufigen Kippschalter, der gleichzeitig als Ein/AusSchalter für den EQ benutzt werden kann, bringt man den EQ in den ProgrammierModus, und durch einfaches Drehen am jeweiligen Klang-Poti kann man dann diverse Frequenzbereiche auswählen. Für die Bässe stehen 100 Hz, 160 Hz und 250 Hz zur Wahl, der Mittenregler lässt sich auf 400 Hz, 700 Hz sowie 1,2 kHz umschalten und für den Höhenregler bietet die intelligente Schaltung die Centerfrequenzen 2,5 kHz, 4 kHz und 6,5 kHz an.Ein Blick unter den hölzernen Deckel des Elektronikfachs zeigt sauberste Verarbeitung und lückenlose Abschirmung durch eine akkurate Auskleidung mit Kupferfolie.

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Handhabung

Der Consat ist ein ausgereiftes Modell mit perfekt ausgewogener Balance; unser Fünfsaiter bangt komfortabel und ohne die geringste Kopflastigkeit in jeder gewünschten Spielhaltung am Gurt. Auffällig ist die besonders niedrige Saitenlage des Instruments, die nur bei einer absolut gleichmäßigen Bundierung und einer buckelfreien Halskrümmung möglich ist. Rasante Läufe übers breite Fivestring-Griffbrett gehen ohne jede Kraftanstrengung von der Hand, und bei der günstigen Halsform scheint ein optimales Gleichgewicht zwischen leichter Beherrschbarkeit und gesunder Standfestigkeit gefunden. In seiner leichtgängigen Bespielbarkeit zeigt dieser Normalmensur-Fünfsaiter (864 mm Longscale) einen Superlativ auf.

Gewöhnungsbedürftig ist die Poti-Anordnung bei Marleaux, wo der PU-Überblender in der Mitte des Bedienfelds "versteckt" wurde. Da bei der Elektronik aber mit Einzel-Potis und genügend langen Zuleitungen gearbeitet wird, kann man sich die Bedienelemente auch durchaus nach eigenen Vorstellungen anordnen lassen.

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Klangverhalten

Wenn ein sauber gebautes Instrument eine derart niedrige Saitenlage ermöglicht, so bedeutet dies weitaus mehr als nur leichte Bespielbarkeit. Denn über die subjektiv als geringer empfundene Saitenspannung hinaus spricht der Ton dadurch merklich sensibler an, zeigt filigranere Feinheiten und ein viel reicheres Obertonspektrum. Es ist also nicht nur eine Komfortfrage, sondern bereichert auch die Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten, wenn man wie beim Marleaux-Bass eine besonders flache Saitenlage einstellen kann; höher geht's immer, so dass der Fünfsaiter sich natürlich auch für pfundiges Spiel optimal justieren lässt. Hier stehen dem Spieler jedenfalls größtmögliche Variationsspielräume offen.

Der Signature-Consat begeistert durch seine klangliche Sensibilität und die reiche Tonkulur, sein langes Sustain zeichnet sich breitfrequente Ausgeglichenheit und verlässliche Gleichmäßigkeit quer übers ganze Griffbrett aus. Gleichzeitig sorgt die Schraubhals-Bauweise dafür, dass sich im schwelgenden Ton nicht der prägnante Tonanschlag verliert. Ganz im Gegenteil ist hier auch die lebendige Tondynamik sehr bemerkenswert!

Überhaupt liefert das prunkvolle Instrument in jeder Hinsicht Spitzenleistungen, und das fällt auch beim Durchprobieren der PickupMischungen auf. Durch die aktive Ansteuerung des Uberblendreglers ergibt sich eine ungemein nuancenreiche Klangpalette, auf jedem Millimeter des Einstellwegs findet sich eine neue Sound-Variante, ohne dass dabei (wie bei passiven Misch-Schaltungen immer zu bemerken ist) das strahlende Obertonspektrum der PU-Wiedergabe im mindesten beschnitten würde.

Ein weiteres Highlight ist der Equalizer. Nicht nur, dass dieses Aggregat auch in Extremeinstellungen praktisch nebengeräuschfrei arbeitet, auch die Klangwirkungen präsentieren sich sehr überzeugend und lassen sich wie bereits beschrieben für jeden Regler einzeln auf den persönlichen Geschmack programmieren. Ausgesprochen exakt und gezielt bearbeiten die Klangregler den gewählten Frequenzbereich, hier gibt es keine Unschärfen oder gar muddrige Klangzonen. Beim Marleaux Signature steht in jedem Fall der Detailreichtum des edlen Tons im Vordergrund, und gleichzeitig wird man kaum ein Instrument mit entsprechender Variabilität finden!

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Resümee

In jeder Hinsicht kann man nur sagen: ein Traumbass! Denn der prunkvoll aus edlen Hölzern gearbeitete Signature-Fünfsaiter ist beileibe nicht nur optisch und in der perfekt-aufwendigen Verarbeitung ein Juwel, sondern markiert auch in seinen außergewöhnlich filigranen und detailfeinen Klangeigenschaften die allerhöchste Bass-Kultur. Die sagenhafte Tonsensibilität beschert dem Spieler ausgesprochen differenzierte Ausdruckmöglichkeiten, und man muss kein Virtuose sein, um dieses Potential zu nutzen; nämlich auch in der leichtgängigen Bespielbarkeit markiert der Conast Signature einen Superlativ. Absolutes Spitzenniveau bietet ebenso die perfekt durchdachte Elektronik des Marleaux, die diesem Traumbass sowohl extreme wie auch feinfühlige und gezielt dosierbare Variablität beschert. Wo ein Instrument eine derartige Vollkommenheit bietet, wird der Preis wirklich zur Nebensache.

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Plus
- Klangverhalten
- Detailfeinheit
- Klang-Variabilität
- Bespielbarkeit
- Verarbeitung / Ausstattung
- Hölzer
- Elektronik

Minus
- Batterieverbrauch


Technische Daten

Fabrikat:
Marleaux
Modell: Consat Signature 5
Gerätetyp: fünfsaitiger E-Bass mit Massivkorpus
Herkunftsland: Deutschland
Mensur: 864 mm, Longscale
Hals: aufgeschraubt; dreistreifig Ahorn mit Ebenholz-Griffbrett und Riegelahorn-Einfassung, 24 Bunde plus Nullbund
Halsbreite: Sattel: 45 XII. Bund: 66 (mm)
Saitenabstände Steg: einstellbar Hersteller-Justierung 19 mm
Korpus: zweiteilig Nussbaum (Walnut) mit Maserpappel-Decke
Oberflächen: Korpus hochglänzend, Hals seidenmatt lackiert
Tonabnehmer: passiv; 2x Bartolini Humbucker
Elektronik: aktiv; Marleaux/Behn Dreiband-EQ mit programmierbaren Center-Frequenzen und aktivem Überblendregler Bedienfeld: Volumen, PU-Überblendregler, Bässe, Mitten, Hohen, Kippschalter EQ an/aus/programmieren
Batterie: 1 x 9 Volt Stromaufnahme:
ca. 4,8 bis 7,3 mA
Mechaniken: vergoldet; gekapselte Schaller M4 Stimmechaniken, ETSSteg mit dreidimensionalen Justiermöglichkeiten und Klemmarretierungen, Schaller Security Locks
Gewicht: ca. 4,5 kg
Vertrieb: Marleaux Bass Guitars D-38678 Clausthal-Zellerfeld

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